Die erste Kältewoche ist kein Stichtag
In der Schweiz beginnt die Heizperiode nicht am 1. Oktober. Die Regelung einer Luft-Wasser-Wärmepumpe schaltet sich, sobald der Aussentemperaturfühler den eingestellten Schwellenwert unterschreitet. Mitte September 2026 reicht dafür oft schon eine klare Nacht im Mittelland. Wer die Anlage den Sommer über auf «Aus» oder auf einen sehr tiefen Soll gelassen hat, merkt das jetzt: der Verdichter startet, der Stromzähler dreht schneller, und Nachbarschaft oder Stockwerkeigentum hören das Aussengerät wieder.
Das ist nicht dieselbe Lage wie eine tote Heizung. Bleibt das ganze Haus kalt, obwohl Display und Pumpe kein Lebenszeichen geben, gehört das in den Text Heizung ausgefallen. Hier läuft die Anlage — sie heizt nur anders, als Sie es vom Öl- oder Gaskessel gewohnt sind. Die Vorlauftemperatur ist tiefer. Der Verdichter macht Pausen. Ein Abtauzyklus klingt wie ein kurzer Lastwechsel und fühlt sich innen an, als würde «nichts kommen».
Am 15. September 2026 hat die Eidgenössische Elektrizitätskommission ElCom ihre Einschätzung der Versorgungssicherheit aktualisiert: die Versorgung gilt als gewährleistet, das Restrisiko eines physischen Engpasses als gering. Gleichzeitig liegen die nordwesteuropäischen Gasspeicher bei 60 Prozent — im Mittel der letzten acht Jahre waren es um diese Jahreszeit 86 Prozent. Die Schweizer Speicherseen standen bei 73 Prozent (voll wären 8,91 TWh). Das ist eine Nachricht für den Winterstrom, nicht der Grund, die Wärmepumpe jetzt auszuschalten, «damit der See reicht». Wer die ersten kühlen Wochen mit dem Heizstab oder mit ausgeschalteter Regelung überbrückt, kühlt die Speichermasse des Hauses aus und zahlt die Wärme später nach.
Aussengerät nach dem Sommer
Zwischen Mai und September sammelt sich vor dem Verdampfer, was der Garten hergibt: Laub, Samenflug, ein umgestellter Veloständer, eine Thuja, die in den Luftweg gewachsen ist. Die Anlage zieht Aussenluft durch enge Lamellen. Ist der Weg zu, leistet der Verdichter mehr für weniger Wärme. Bevor Sie irgendein Menü in der Inneneinheit öffnen, gehen Sie nach draussen — bei Tageslicht, ohne Leiter auf dem nassen Blech.
Räumen Sie Gegenstände und grobes Laub im Abstand, den die Betriebsanleitung nennt; fehlt die Zahl, bleiben Sie grob bei einem Meter vor Ansaugung und Ausblas. Zweige, die an den Ventilator schlagen, schneiden Sie vom Strauch her, nicht mit der Schere zwischen den Lamellen. Den Verdampfer selbst nicht mit dem Hochdruckreiniger «sauber machen»: der Strahl knickt die Bleche, die Fläche wird kleiner, die Vereisung ungleichmässig. Weiches Wasser von oben, wenn der Hersteller das zulässt, sonst der Betrieb beim nächsten Service.
Schauen Sie den Kondensatablauf an. Im Herbst taut die Anlage häufiger. Das Wasser muss weg — in die Kiesfläche, in die Leitung, nicht in den Technikraum. Steht eine Pfütze unter der Inneneinheit oder tropft es an der Decke des Kellerabteils, ist das kein «normaler Herbst», sondern Ablauf oder Dämmung. Fotografieren Sie, bevor jemand wischt. In einer Eigentumswohnung in Zürich oder Basel gehört die Ausseneinheit oft der Gemeinschaft; den Hauswart oder die Verwaltung informieren, bevor jemand am gemeinsamen Sockel schraubt.
Notieren Sie, was auf dem Display steht, bevor Sie den Hauptschalter aus- und einschalten. Der Betrieb fragt nach dem Code. Ein Reset ohne Zahl ist eine verloren gegangene Spur — dasselbe gilt für die Wärmepumpe wie für den Kessel.
Reif, Eispanzer, Abtauung
Eine dünne, gleichmässige Reifschicht am Verdampfer bei Nebel oder Temperaturen knapp über und unter null ist oft der vorgesehene Betrieb, kein Defekt. EnergieSchweiz und das Bundesamt für Energie beschreiben das im Merkblatt «Korrektes Abtauen lässt die Kosten schmelzen» (November 2021): die Eisbildung am Verdampfer zeigt, wie die Abtauung arbeitet. Kontrollieren und einstellen lässt sich das sinnvoll bei Aussentemperaturen etwa zwischen minus 2 und plus 5 Grad — nicht bei einer Hitzewelle und nicht bei minus 15. Das Merkblatt bleibt die technische Referenz; die Zahlen darin sind keine Offerte für 2026.
Rund 80 Prozent der Anlagen tauen mit Prozessumkehr: der Kältekreis dreht kurz, der Verdampfer wird warm, das Eis schmilzt, innen bleibt die Wärme in dieser Phase aus. Ein Heissgas-Bypass braucht nach derselben Quelle 10 bis 15 Prozent der Laufzeit und liefert in dieser Zeit keine Heizleistung. Die natürliche Abtauung — Verdichter aus, Ventilator weiter — funktioniert bis etwa 5 Grad Aussentemperatur. Was Sie hören, ist also oft geplant: der Ton ändert sich, der Vorlauf sinkt kurz, nach einer Viertelstunde sollte der Reif weg sein.
Warten Sie 30 bis 90 Minuten, statt sofort den Not-Aus zu drücken. Schlagen Sie kein Eis ab, giessen Sie kein heisses Wasser über die Lamellen, und heizen Sie den Verdampfer nicht mit dem Heissluftfön. Verbogene Bleche und gerissene Leitungen sind teurer als eine Stunde Geduld. Ungleichmässige Klumpen, ein geschlossener Eispanzer über Tage, Eis am Ventilatorblatt oder eine Meldung «Abtauen», die nicht endet: das ist der Moment für den Betrieb. Das Merkblatt schreibt, ein dauernd vereister Verdampfer verschlechtert die Jahresarbeitszahl — zu häufiges Abtauen aber auch. Die Einstellung ändert die Fachperson, nicht das Drehrad neben der Haustüre.
| Bild | Typische Lage | Erster Schritt |
|---|---|---|
| Dünner Reif, verschwindet nach dem Zyklus | Verdampfer, Nebel, 5 bis −5 °C | Warten, Abstand halten, nicht abschlagen |
| Laub, Strauch, abgestelltes Material | Ansaugung, Ausblas, Sockel | Frei räumen, nicht in die Lamellen greifen |
| Eispanzer, Ventilator blockiert, Fehlercode | Ausseneinheit über Stunden | Fotografieren, Code notieren, Betrieb |
| Pfütze im Keller, Tropfen an der Decke | Kondensat, Inneneinheit | Auffangen, nicht zudrehen — Sanitär oder Heizung |
Haus kühl, Verdichter läuft
Viele Luft-Wasser-Anlagen in Altbauten in Bern oder Lausanne arbeiten mit Radiatoren, die früher 55 oder 60 Grad Vorlauf gesehen haben. Die Wärmepumpe fährt tiefer. Das Haus wird trotzdem warm, wenn die Heizkurve zum Gebäude passt und die Körper entlüftet sind. Wird nur ein Raum nicht warm, prüfen Sie Ventil, Thermostatbatterie und Luft in genau diesem Körper — wie im Text zur ausgefallenen Heizung. Wird kein Raum warm, obwohl der Verdichter hörbar läuft, sitzt die Ursache oft in der Kurve, im Durchfluss oder in einer Sperrung, nicht im «toten» Gerät.
Das Energiehandbuch für Hauswartinnen und Hauswarte von Energie-Umwelt.ch nennt für die meisten Standorte im Mittelland eine Orientierung: bei minus 8 Grad Aussentemperatur soll der Vorlauf unter 60 Grad bleiben. Liegt Ihre Anzeige dauerhaft darüber, obwohl draussen fünf Grad plus sind, ist die Kurve zu steil oder ein Fühler falsch — das senkt die Effizienz und erklärt eine hohe Stromrechnung besser als «die Pumpe ist zu klein». Senken oder heben Sie die Kurve nur in kleinen Schritten und schreiben Sie Datum und Wert auf. Tägliches Hoch- und Runterdrehen macht jede Diagnose unbrauchbar.
Ein zweiter Herbstfehler: die Nachtabsenkung, die niemand mehr versteht, plus ein Raumthermostat mit leerer Batterie. Stellen Sie vorübergehend einen festen Soll. Kommt innerhalb einer Stunde keine Reaktion am Vorlauf, obwohl keine Netzsperre aktiv ist, ist das der Anruf — nicht drei Abende mit dem Heizlüfter in einem Zimmer und ausgeschalteter Wärmepumpe im Rest des Hauses. Die grobe Leistungsabschätzung macht der Heizleistungsrechner; die Auslegung bleibt beim Planer.
Stromtarif, Sperrzeiten, hoher Bezug
Ein höherer Strombezug in der ersten Heizwoche ist physikalisch erwartet: die Jahresarbeitszahl einer Luft-Wasser-Anlage ist im Herbst und Winter tiefer als im Datenblatt bei 7 Grad Aussenluft. Dazu kommen Abtauzyklen. Das macht die Rechnung nicht «falsch». Es macht sie saisonal. Eine Grössenordnung in Franken, ohne Kantonsbeitrag und ohne Offerte, können Sie im Wärmepumpen-Rechner grob einordnen. Die Zahl dort ersetzt weder den Zählerstand noch den lokalen Tarif.
Die ElCom hat die Haushaltspreise 2026 in der Medienmitteilung vom 9. September 2025 veröffentlicht: im Median 27,7 Rappen je Kilowattstunde für das Profil H4 mit 4500 kWh, rund 1247 Franken im Jahr. Das ist der typische Haushaltszähler, nicht automatisch Ihr Wärmepumpentarif. Gemeinden weichen stark ab — nachschlagen auf strompreis.elcom.admin.ch, nicht in einer Internetpauschale. Ab 2026 dürfen Netzbetreiber dynamische Netztarife breiter einführen; als Standardtarif hat laut derselben Mitteilung für 2026 niemand einen dynamischen Tarif festgelegt. Wer einen solchen Tarif gewählt hat, sieht Lastfenster auf der Rechnung, keine «defekte» Pumpe.
Unterbrechbare Wärmepumpentarife gibt es unabhängig davon seit Jahren. Ein grosser Zürcher Verteilnetzbetreiber beschreibt in den EKZ-Tarifen 2026 für die unterbrechbare Netznutzung von Wärme Anwendungen einzelne Sperrungen von zwei Stunden. Andere Werke sperren kürzer oder länger. In der Sperre bleibt das Haus stehen, der Speicher oder die Masse hält ein Stück. Wird die Wohnung in dieser Stunde deutlich kalt und erholt sich danach nicht, fehlt Puffer oder die Kurve sitzt zu tief — das ist ein Gespräch mit dem Betrieb, kein Grund, die Sicherung der Ausseneinheit zu ziehen. Ziehen Sie die Sicherung, um «Strom zu sparen», riskieren Sie einen Abtaustau und am nächsten Morgen Eis.
Diese Seite zertifiziert niemanden. Arbeiten am Kältekreis, an elektrischen Klemmen hinter der Verkleidung und an der Abtauung gehören in Betriebe mit der nötigen Bewilligung. Wo ein Nachweis auf dem Profil steht, zeigen wir ihn. Der Filter «Notfall» ist ein Hinweis auf Pikett — keine zugesagte Ankunftszeit.
Was Sie nicht anfassen
Kältemittel ist kein Heizwasser. Die Chemikalien-Risikoreduktions-Verordnung (ChemRRV), Anhang 2.10, verpflichtet die Inhaberin: enthält das Gerät mehr als 3 kg Kältemittel, muss ein Wartungsheft geführt werden. Die Dichtigkeitskontrolle gilt regelmässig, mindestens bei jedem Eingriff und jeder Wartung, wenn mehr als 3 kg ozonschichtabbauende oder in der Luft stabile Kältemittel drin sind — oder wenn die Füllmenge in der Luft stabiler Kältemittel mehr als 5 Tonnen CO2-Äquivalente erreicht. Der Schweizerische Verband für Kältetechnik fasst das im Wartungsheft, Fassung Februar 2026, mit den Verordnungstexten zusammen. Das Heft führt die Fachperson. Sie tragen Ihren Namen als Inhaberin, nicht als Monteurin.
Umgang mit Kältemitteln beim Warten setzt nach der BAFU-Vollzugshilfe eine Fachbewilligung der durchführenden oder anleitenden Person voraus. Deshalb bleibt zu: Abdeckung der Ausseneinheit, Serviceventile, isolierte Kälteleitungen, Verdichtergehäuse. Ein Zischen am Rohr, Ölfilm, Eis nur an einer Leitung: Fenster, Abstand, Anruf. Nachfüllen «wie beim Kessel» gibt es hier nicht. Elektrische Klemmen hinter der Verkleidung fallen unter die NIV — das Verzeichnis trennt Elektrobetriebe vom Heizungsbetrieb, wenn die Sicherung fliegt und nicht der Verdichter.
- Kältemittelleitungen, Ventile, Verdichter: geschlossen lassen. Kein Nachfüllen, kein «Druck prüfen» mit dem Schlauch vom Wasserhahn.
- Hochdruckreiniger, Hammer, heisses Wasser am Verdampfer: Schaden an Lamellen und Kreis.
- Hauptschalter als Sparschalter über Tage: Abtauung und Ölwanne geraten durcheinander. Für die Sperre ist das Werk zuständig, nicht der Kellerlichtschalter.
- Sicherheitsventil, das tropft: Auffangbehälter, Anruf, nicht zudrehen bis es hält.
- Gemeinsame Ausseneinheit im Stockwerkeigentum: Verwaltung zuerst. Ihr Anruf im Verzeichnis ersetzt den Servicevertrag der Liegenschaft nicht.
Wann Sie aufhören zu prüfen
Zwischen einem Reifschleier nach der ersten nebligen Nacht und einer Anlage, die drei Abende hintereinander auf Störung geht, liegt die ganze Entscheidung. Im ersten Fall Abstand halten, Laub weg, Kurve nicht täglich verdrehen. Im zweiten Fall sitzt die Ursache in Abtauung, Fühler, Kältekreis oder Elektro — der Anruf ist fällig, auch wenn «im Sommer alles ging».
- Fehlercode bleibt nach einem dokumentierten Reset, oder Hochdruck / Niederdruck / Verdichterstörung: Betrieb, nicht der zweite Reset um Mitternacht.
- Eispanzer über Stunden, Ventilator steht, Wasser im Technikraum: fotografieren, Anlage nur dann aus, wenn die Anleitung das bei Wasseralarm verlangt.
- Keine Wärme im ganzen Haus, obwohl keine Sperrzeit aktiv ist und der Soll klar über der Raumtemperatur liegt: Heizungsbetrieb, in der Miete zusätzlich die Verwaltung.
- Säuglinge, Pflegebedürftige, eine Nacht deutlich unter dem üblichen Soll: nicht «noch bis zum Wochenende». Der Filter «Notfall» im Verzeichnis ist Pikett, kein SLA.
- Brandgeruch, Flackern am Schütz, ausgelöste Sicherung der Wärmepumpe: Elektro, nicht weiter einschalten.
Was Sie am Telefon sagen
Luft-Wasser, Sole oder Wasser-Wasser; Innen- und Ausseneinheit oder nur Kompaktgerät; Fehlernummer; ob Reif oder Eispanzer; ob alle Räume oder einer kalt sind; ob eine Netzsperre auf der Rechnung steht; Druck im Heizkreis, falls Sie das Manometer kennen; ob Sie nachgefüllt oder resettet haben. Ein Heizungsbetrieb in Genf oder Zürich kann so entscheiden, ob ein Termin zur Besichtigung reicht oder zuerst das Werk die Sperre erklären muss. Fragen Sie nach einer Offerte nach Besichtigung, nicht nach einem Festpreis am Telefon für «die Pumpe ist kaputt, bitte ersetzen».
Ein Ersatz der Anlage ist ein anderes Projekt als die erste Herbststörung. Beiträge und Gesuch vor Baubeginn stehen unter Förderungen. Investitionsspannen stehen unter Kosten. In der kühlen Woche geht es um Wärme und um einen freien Luftweg, nicht um das Gebäudeprogramm. Wer ohnehin wechselt, holt zwei Offerten mit demselben Umfang — Speicher, Elektro, Schall, Entsorgung — und reicht das Gesuch ein, bevor jemand demontiert.
Aussen, vor dem ersten Frost, bleiben Hahn und Rinne ein eigenes Thema: das steht in Haus winterfest machen. Innen, wenn die Wände auskühlen und die Scheiben beschlagen, in Schimmel im Herbst. Hier zwischen den beiden: die Wärmepumpe, die wieder arbeitet, und die Grenze zum Betrieb.
Das Verzeichnis filtert Sanitär und Heizung in Ihrer Stadt. Sie rufen selbst an. Niemand hier leitet die Nummer weiter oder verspricht eine Ankunftszeit.
Geprüft. Heizungsbetrieb anrufen.
Keine Weiterleitung, keine zugesagte Ankunftszeit. Die Nummer steht beim Eintrag.
Heizungsbetriebe im Verzeichnis