Heizkörper im Herbst entlüften: selbst prüfen, dann Betrieb rufen

Mitte September, erste kühle Nächte, der Heizkörper gluckert oder bleibt oben kalt: das ist Luft oder ein festes Ventil — nicht automatisch ein toter Kessel. Dieser Text hilft einzuordnen, was Sie nach EnergieSchweiz selbst entlüften, und wann Druck, Gas oder Kältemittel den Heizungsbetrieb brauchen.

Die Heizperiode hat keinen Schalter — der Herbst schon

In der Schweiz steht kein gesetzlicher Stichtag «Heizung ab dem 1. Oktober». hausinfo nennt als übliche Heizperiode Mitte September bis Mitte Mai. Geheizt werden muss, sobald die Aussentemperatur unter 14 Grad fällt; wer auf die Aussentemperatur abstellt, wartet drei Tage unter 14 Grad. Ausserhalb dieser Wochen gilt: sinkt die Zimmertemperatur tagsüber unter 18 Grad und bleibt die Kälte zwei oder drei Tage, muss die Verwaltung heizen. Unter 16 Grad tagsüber sofort. Das gilt auch für einen kurzen Einbruch im Sommer — nur bei ein oder zwei kühlen Tagen hat die Verwaltung Spielraum, weil ein Start nur für 24 Stunden oft mehr Abgas als Nutzen bringt.

Genau in dieser Übergangszeit stehen wir in der dritten Septemberwoche 2026. Nach dem heissen 8. September kam Mitte des Monats eine Kaltfront über Jura und Nordwestschweiz. 20 Minuten berichtete am 15. September von einem Temperaturrückgang um fünf bis zehn Grad; MeteoSchweiz schrieb am selben Wochenanfang, Spätsommer und Herbst hielten sich die Waage. Tagsüber 20 bis 24 Grad im Mittelland, nachts deutlich kühler: das ist die Woche, in der Eigentümer in Zürich, Basel und Bern den Kessel oder die Wärmepumpe aus dem Sommerbetrieb holen und Mieter in Genf oder Lausanne merken, dass ein Körper gluckert, während der Nachbar schon warm hat.

Das ist nicht dieselbe Lage wie eine tote Anlage. Bleibt das ganze Haus kalt, obwohl Display und Pumpe kein Lebenszeichen geben, gehört das in den Text Heizung ausgefallen. Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe, deren Aussengerät Laub oder Eis zeigt, in Wärmepumpe im Herbst. Beschlagene Scheiben und ein Fleck hinterm Schrank in Schimmel im Herbst. Hier läuft die Wärme — sie kommt nur nicht im Körper an.

Ein Körper, eine Etage, oder das ganze Haus?

Luft im Heizkreis sammelt sich oben. Deshalb bleibt der Radiator unten warm und oben kalt, oder er gluckert, blubbert, pfeift, während der Rest der Wohnung schon auf Soll ist. EnergieSchweiz beschreibt das in «Effizient und leise Heizen dank Entlüften»: Wasser transportiert die Wärme, Luft nicht. Der Bundesamt-für-Energie-Steckbrief «Radiatoren im Herbst» sagt dasselbe und ergänzt: unabhängig vom Geräusch alle drei Jahre einmal entlüften, am besten im Herbst.

Ist nur ein Körper betroffen, prüfen Sie zuerst Thermostat und Entlüftungsventil an genau diesem Körper. Sind alle Körper einer Etage oben kalt, die darunter aber warm, fehlt oft Druck für die Höhe — oder Luft sitzt in der Steigleitung. Ist das ganze Haus kalt, obwohl der Erzeuger läuft, sind Sie nicht mehr beim Vierkantschlüssel. In einer Stockwerkeigentümergemeinschaft in Zürich oder Bern gehört der Kessel oft der Gemeinschaft. Der Hauswart hat den Servicevertrag. Für die eigene Wohnung dürfen Sie Ventile öffnen; den Heizraum betreten Sie nicht ohne Absprache.

Nur Bodenheizung, keine Radiatoren: es gibt nichts zu entlüften am Körper. Luft sitzt dann an den Verteilern im Estrich oder im Heizraum. Das ist Arbeit für den Betrieb, nicht für den Schraubenzieher unter der Fussleiste. Eine gemischte Anlage — Radiatoren oben, Bodenheizung im Erdgeschoss — entlüften Sie nur dort, wo ein Ventil sitzt. Den Verteiler der Bodenheizung lassen Sie zu.

Was Sie zuerst einordnen, bevor der Schlüssel ansetzt
Bild Typische Lage Erster Schritt
Unten warm, oben kalt, gluckert Einzelner Radiator Entlüften, danach Druck
Körper bleibt ganz kalt, Nachbar körper warm Thermostatventil nach dem Sommer Stift lösen, nicht mit Gewalt
Obere Etage kalt, Erdgeschoss warm Steigleitung, Druck Entlüften von unten nach oben, Manometer
Kein Radiator, nur Bodenheizung Verteiler, Heizraum Nicht selbst öffnen. Betrieb
Ganze Wohnung kalt, Display tot Erzeuger Text «Heizung ausgefallen», nicht entlüften

Notieren Sie, welcher Körper oben kalt war, bevor Sie entlüften. Der Betrieb fragt danach, wenn das Gluckern nach zwei Durchgängen bleibt. Ein Foto vom Manometer mit Datum ersetzt «der Druck war irgendwie tief».

Festes Ventil ist keine Luft

Nach dem Sommer sitzt der Stift im Thermostatventil oft fest. Der Körper bleibt kalt, obwohl Sie auf 5 drehen, und am Entlüftungsventil kommt sofort Wasser ohne Zischen. Dann ist keine Luft im Körper — das Ventil öffnet nicht. Kappe ab, Stift leicht bewegen, ohne Hammer und ohne Öl in die Mechanik. Gibt er nach und wird der Körper innert einer Stunde warm, war das der Herbststart, nicht ein Defekt.

Bewegt sich der Stift nicht, oder tropft das Ventil nach dem Bewegen, hören Sie auf. Ein gerissenes Ventil in der Mietwohnung in Basel ist Leitungswasser, nicht «noch festziehen». Informieren Sie die Verwaltung; Ihr Anruf im Verzeichnis ersetzt die Meldepflicht nicht. In der Eigentumswohnung fotografieren Sie den Tropfen, stellen Sie eine Schale, und der Sanitärbetrieb kommt — bevor der Parkett aufquillt.

Programmierbare Thermostate in Altbauwohnungen in Bern und Lausanne stehen oft noch auf der Nachtabsenkung vom letzten Winter. Stellen Sie vorübergehend einen festen Soll. EnergieSchweiz nennt auf der Seite «Energieeffizient und erneuerbar Heizen» Richtwerte, keine Vorschriften: 23 Grad im Bad (Stellung 4), 20 Grad im Wohnbereich (Stellung 3), 17 Grad in Schlafzimmer und Flur (Stellung 2), wenig genutzte Räume auf der Frostschutzstellung. Jedes zusätzliche Grad kostet laut derselben Seite sechs bis zehn Prozent. Das ist ein Argument für den Soll, nicht dafür, den Körper den ganzen Oktober zu lassen.

So entlüftet das BFE — nicht «irgendwie von oben»

Der Steckbrief «Radiatoren im Herbst» des Bundesamts für Energie ist die Reihenfolge, die Sie brauchen. Zuerst die Heizung einschalten und das System hochfahren, bis es warm ist. Dann die Umwälzpumpe aus — die Luft steigt. Eine Stunde warten. Pumpe wieder ein, alle Thermostatventile auf Stellung 5. Beginnen Sie mit dem tiefsten Körper, in der Regel im Erdgeschoss, und arbeiten Sie sich nach oben. Vierkantschlüssel, Gefäss, Tuch, Handschuhe: das Wasser kann heiss sein. Ventil vorsichtig öffnen, Luft ablassen, schliessen, sobald nur noch Wasser kommt. Das BFE rechnet mit etwa 45 Minuten für zehn Radiatoren.

  1. Anlage warmfahren. Pumpe aus. Eine Stunde warten, damit die Luft an den Hochpunkten sitzt.
  2. Pumpe ein. Thermostate auf 5. Tiefster Körper zuerst, dann jede Etage nach oben.
  3. Ventil nur so weit, dass es zischt. Schliessen, sobald ein gleichmässiger Wasserstrahl kommt — nicht «noch etwas länger, sicher ist sicher».
  4. Manometer in der Heizzentrale: steht der Zeiger in der grünen Fläche? Darunter nachfüllen nur, wenn Sie Stelle und Ventil kennen.
  5. Thermostate zurück auf den Soll. Eine Stunde später prüfen, ob oben noch kalt ist.

Wohnen Sie zur Miete und kommen nicht an die Pumpe, sagt EnergieSchweiz: Schritte an der Pumpe weglassen. Entlüften Sie, wenn die Heizung zuvor länger stand — oft am Morgen, bevor die Regelung wieder taktet. Den Druck prüft die Vermietung. Schreiben Sie eine kurze Meldung mit Foto vom Körper und, falls sichtbar, vom Manometer. Eine Woche warten «bis der Hauswart Zeit hat», während die obere Etage kalt bleibt, ist in der Heizperiode kein sinnvoller Kompromiss.

Ein häufiger Fehler: oben anfangen, «weil dort die Luft ist». Im einzelnen Körper sitzt die Luft oben, im Haus sitzt sie in den höchsten Körpern zuletzt. Wer im Dachgeschoss zuerst öffnet, zieht Luft aus den Steigleitungen nach oben und muss die untere Etage hinterher noch einmal machen. Deshalb die BFE-Richtung: unten nach oben, einmal durch.

Nach dem Wasser kommt der Druck

Jedes Entlüften lässt etwas Wasser. Der Druck fällt. Das BFE gibt eine Faustregel, keine Offerte: für zehn Meter Gebäudehöhe rund 1 bar, dazu der Vordruck des Ausdehnungsgefässes. Ein drei- bis vierstöckiges Gebäude liegt damit grob bei 2 bar. Im Einfamilienhaus gilt die Zahl auf dem Typenschild oder in der Anleitung — oft steht der Zeiger kalt im grünen Feld irgendwo zwischen gut einem und knapp zwei Bar. Eine Internetpauschale «immer 1,5» ersetzt das Schild nicht.

Nachfüllen nur am vorgesehenen Füllventil, mit dem Schlauch, den der Betrieb gezeigt hat, und nur so weit, bis der Zeiger wieder in der grünen Fläche steht. Braunes oder hörbar sprudelndes Wasser heisst Schlamm oder Luft im Kesselkreis, nicht «noch ein halber Bar». Steht der Zeiger weit oben im roten Bereich, nicht nachfüllen — anrufen. Tropft das Sicherheitsventil, Schale darunter, nicht zudrehen «bis es hält».

Einmal nachfüllen nach dem Herbst-Entlüften ist Unterhalt. Jede Woche nachfüllen ist ein Leck oder ein defektes Ausdehnungsgefäss. Dann ist der Vierkantschlüssel am Körper die falsche Baustelle. Dieselbe Grenze gilt für eine Wärmepumpe, die «Hochdruck» oder «Niederdruck» am Kältekreis anzeigt: das ist kein Entlüftungsventil, das ist Kältemittel. Die Ausseneinheit bleibt zu; Details stehen im Text zur Wärmepumpe im Herbst.

Diese Seite zertifiziert niemanden. Gas, Ölbrenner, Abgasführung und Kältemittel gehören in Betriebe mit der nötigen Bewilligung. Wo ein Nachweis auf dem Profil steht, zeigen wir ihn. Der Filter «Notfall» im Verzeichnis ist ein Pikett-Hinweis, kein SLA.

Was Sie nicht anfassen

Alles, was unter Gas, Strom hinter der Verkleidung oder Kältemittel steht, bleibt zu. Ein «kleiner Reset» am Display ohne notierte Fehlernummer löscht die Spur, die der Betrieb braucht. In der Mietwohnung in Genf oder Zürich ersetzen Sie den Hauswart nicht, indem Sie den Heizraum aufschliessen, «weil der Schlüssel im Kasten hängt».

  1. Gasgeruch: Fenster, kein Lichtschalter, raus, Feuerwehr / Gasnetz, danach der Betrieb. Nicht den Brenner «noch einmal zünden».
  2. Ölgeruch, Russfahne, offene Abgasführung: Anlage aus. Kohlenmonoxid ist kein Heimtest mit der Nase.
  3. Abdeckung der Wärmepumpe, Kältemittelleitungen, Verdichter: zu.
  4. Sicherheitsventil, das tropft: auffangen, anrufen, nicht zudrehen.
  5. Elektrische Klemmen hinter der Kesselverkleidung: NIV gilt. Das Verzeichnis zeigt Elektrobetriebe getrennt, wenn die Sicherung fliegt und nicht der Körper kalt bleibt.

Wann Sie aufhören zu prüfen

Zwischen einem gluckernden Körper im Wohnzimmer und einem Haus ohne Wärme in einer Nacht unter zehn Grad liegt die ganze Entscheidung. Im ersten Fall entlüften, Druck, am nächsten Tag noch einmal schauen. Im zweiten Fall ist der Anruf sofort — auch am Sonntag, auch wenn «im Sommer alles ging».

  1. Nach zwei sauberen Durchgängen immer noch oben kalt, oder das Gluckern kommt innert Tagen zurück: Betrieb, nicht den dritten Schlüssel kaufen.
  2. Druck fällt über Nacht, Wasser unter dem Kessel, rostiges Nachfüllen: Leck oder Gefäss, nicht weiter füllen.
  3. Keine Anzeige, wiederholter Störungsreset, Eis an der Ausseneinheit bei laufendem Verdichter: Text zur ausgefallenen Heizung oder zur Wärmepumpe, nicht Entlüften.
  4. Kleinkind, Pflegebedürftige, Nacht unter zehn Grad in der Wohnung: Anruf zuerst, Feintuning später.
  5. Stockwerkeigentum, gemeinsamer Kessel: Verwaltung parallel. Ihr Alleingang im Heizraum der Liegenschaft wird teurer als der Anruf.

Was Sie am Telefon sagen

Öl, Gas, Pellets oder Wärmepumpe; ob nur ein Körper oder die ganze Etage kalt ist; ob es gluckert oder der Körper ganz kalt bleibt; ob Sie entlüftet und nachgefüllt haben; welche Zahl auf dem Manometer stand, vorher und nachher; ob ein Fehlercode auf dem Display steht. Ein Heizungsbetrieb in Zürich oder Lausanne kann so entscheiden, ob er einen normalen Termin setzt oder denselben Abend kommt. Fragen Sie nach einer Offerte nach Besichtigung, nicht nach einem Festpreis am Telefon für «die ganze Heizung nach dem Sommer».

Ein Ersatz der fossilen Heizung ist ein anderes Projekt als Luft im Radiator. Beiträge und Gesuch vor Baubeginn stehen unter Förderungen. Die Investitionsspanne steht unter Kosten. Die grobe Leistungsabschätzung macht der Heizleistungsrechner; die Auslegung bleibt beim Planer. In der ersten kühlen Woche geht es um Wärme im Körper, nicht um das Gebäudeprogramm.

Das Verzeichnis filtert Sanitär und Heizung in Ihrer Stadt. Sie rufen selbst an. Niemand hier leitet die Nummer weiter oder verspricht, dass der Körper bis zum Abend oben warm ist.

Geprüft. Heizungsbetrieb anrufen.

Keine Weiterleitung, keine zugesagte Ankunftszeit. Die Nummer steht beim Eintrag.

Heizungsbetriebe im Verzeichnis